Lernen, weitergeben, integrieren

Aktualisiert: Apr 2

Teil 1: Grundlagen, Rahmen und Regeln



von Günter Lau


Die größte Wertschätzung einer Arbeit, einer Erkenntnis, einer Fähigkeit oder eines erworbenen Wissens zeigen wir, wenn wir das dadurch Erfahrene aufgreifen und damit zum eigenen Nutzen weitergehen - so beginnt eine aufbauende Spirale.

<Aurora Mollenhauer>



Im Alter, wo das Bewusstsein für die eigene Vergänglichkeit zunimmt, erfahren wir ein immer stärker werdendes Bedürfnis, unsere Erfahrung, unser Können, unsere Erkenntnisse und unser Wissen weiterzugeben an die Nachfolgenden. Wenn wir das tun können, erleben wir eine tiefe Befriedigung in dem Gefühl, dass ein Teil von uns weiterleben wird.


Dass Lernen und Weitergeben aber auch menschliche Grundbedürfnisse sind, zeigt der obige Film von Prof. Dr. Gerald Hüther mit der staunenden Entdeckung des kleinen Jungen und seiner Begeisterung, seine Entdeckung den anderen zeigen zu können. Das sind aber nicht nur Grundbedürfnisse, sondern sogar wichtige Überlebensstrategien, die uns zu einem der erfolgreichsten Lebewesen auf diesem Planeten gemacht hat.


Das stößt uns darauf, uns zu fragen, wie wir als Erwachsene bzw. als Kita-Mitarbeiter, als Lehrer oder Lernassistenten und Anleiter das Lernen und Weitergeben optimal unterstützen können. Diese Frage eröffnet einen ganzen Fragenkatalog.


Zuerst bedarf es der Beantwortung der folgenden wesentlichen Fragen:

1. Frage: Welche Bedürfnisse eines Kindes werden beim Lernen angesprochen bzw. sind zu befriedigen?


Wir haben folgende Antworten in den Lernsystemen, in der Soziologie und in der Hirnforschung gefunden (ohne Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Verallgemeinerung).



Ein Kind muss

  • sich gehalten und gewollt fühlen in einer Gemeinschaft - dazu gehören dürfen

  • sich sicher fühlen - durch Beschützen und altersgemäße Führung/Begleitung

  • sich dadurch angstfrei fühlen bzw. angstfrei werden können (Angst verhindert Lernen)

  • sich in seiner Einzigartigkeit und SEINS-Form angenommen und geliebt fühlen

  • sich entfalten können in seiner ihm eigenen Form

  • erforschen und lernen dürfen wie es das braucht und will

  • Freude und Begeisterung erfahren können im Lernen - im Tun und schlussendlich durch Weitergabe